Begeistertes Publikum beim Konzert im Stelenfeld

Am 10. Mai 2008 jährte sich zum dritten Mal die Eröffnung des „Denkmals für die ermordeten Juden Europas“ im Herzen Berlins. Zu diesem Anlass bedurfte es besonderer Aktivitäten, und zwar in Form einer seit bereits zwei Jahren erfolgreich stattfindenden „Langen Nacht des Denkmals“. Höhepunkt war das Konzert direkt im Stelenfeld.

Über 2.500 Besucher folgten der Einladung des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas und erlebten eine einzigartige Welturaufführung. Für dieses Vorhaben schrieb Komponist Harald Weiss ein eigens für diesen Anlass komponiertes Werk. Dirigiert wurde es von Lothar Zagrosek.


Dieses Klanggewebe breitete sich vom Zentrum des Denkmals, also dort, wo die Stelen am höchsten sind, aus.
Wie in konzentrischen Kreisen wurden die Musiker von dieser Position aus in einem Umkreis von ca. 50 Metern verteilt und über ein optisches und akustisches System vom Dirigenten koordiniert. Während der Aufführung war es den zahlreichen Besuchern möglich, sich frei im Denkmal zu bewegen und so „von Stele zu Stele“ einen anderen akustischen Eindruck zu gewinnen.

Dirigiert wurden die Musiker über ein optisches und akustisches System vom Dirigenten Lothar Zagrosek

 

Der Text zur Komposition
Das Musikstück beinhaltet das Gedicht „Welke Blätter“ von Selma Meerbaum-Eisinger, das der Komponist Harald Weiss aufgrund der passenden thematischen Überschneidung für den Anlass und die Komposition „Vor dem Verstummen“ auswählte und vertonte.

Welke Blätter
Plötzlich hallt mein Schritt nicht mehr,
sondern rauschen leise, leise,
wie die tränenvolle Weise,
die ich sing’, von Sehnsucht schwer.
Unter meinen müden Beinen,
die ich hebe wie im Traum,
liegen tot und voll von Weinen
Blätter von dem grossen Baum.

(Selma Meerbaum-Eisinger, 24. September 1939)

 

Selma Meerbaum-Eisinger, geboren am 15. August 1925 in Czernowitz, starb am 16. Dezermber 1942 in dem von der SS geführten Arbeitslager Michailowska.

Die vor Ort gesammelten Spenden kommen der Kampagne 60 x 6.000 für den „Raum der Namen“ zu Gute, zur Erstellung weiterer Biographien der jüdischen Opfer des Holocaust. Wir danken Ihnen nochmals für das zahlreiche Erscheinen und Ihre Spenden. Vielen Dank.