Montag, den 28. Oktober 2019: Joe Kaeser hält diesjährige Tischrede beim 14. Charity Dinner für den Raum der Namen

In diesem Jahr veranstalten wir wieder im Hotel Adlon unser traditionsreiches Charity-Dinner zugunsten der langfristig angelegten Spendenkampagne „Raum der Namen".

Die Kampagnenbotschaft heißt wie in all den Jahren zuvor: "Nie aufhören anzufangen. Ein Zeichen setzen gegen Rechts"!

Die Abendveranstaltung gilt als ein gesellschaftlicher Höhepunkt der Hauptstadt, zu dem jährlich hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft erwartet werden.

Einladende sind Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises „Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.“ sowie Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble und Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters. Wir freuen uns sehr über die Zusage unseres diesjährigen Festredners Herrn Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der SIEMENS  AG. Die Tischrede ist stets bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Persönlichkeiten vorbehalten. So waren in der Vergangenheit bereits Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Altkanzler Dr. Helmut Kohl, Peer Steinbrück, Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, sowie Jean-Claude Juncker, ehemaliger Vorsitzender der Euro-Gruppe prominente Redner.

Mit den Erlösen der früheren Dinner konnten wir mehr als  13.000 Hör-Biografien von ermordeten jüdischen Kindern, Frauen und Männern im „Raum der Namen“ lesbar und hörbar machen.

Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus 2019

Im Rahmen der Veranstaltung wird zum zehnten Mal der „Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus“ verliehen. In diesem Jahr wird der Verein „Chemnitzer Bürgerfest e.V.“, vertreten durch Sebastian Thieswald (47, Altenpfleger und Pflegemanager), ausgezeichnet.

Der 47-Jährige war im April 2019 Mitbegründer des Vereins und organisierte mit „HERZSCHLAG – Das Chemnitzer Bürgerfest“ eine friedliche Großveranstaltung, die zeigte, dass die Chemnitzer ihre Stadt nicht den Radikalen überlassen. Über 67.000 Bürger setzten in diesem Rahmen ein Zeichen gegen Rechts und sprachen sich für ein attraktives und freundliches Chemnitz aus. Der Preis ist mit 3.000 € dotiert. „Aufgrund der Geschehnisse im August vergangenen Jahres und der Folgen wurde Chemnitz in ein falsches Licht gerückt. Mit dem Bürgerfest wollten wir diesen Ruf ein Stück weit vergessen machen und zusammen mit den Bürgern unsere Stadt friedlich feiern. Wir wollen Chemnitz zeigen, wie es wirklich ist: attraktiv, freundlich, friedlich. Der Dialog darf nicht enden“, so der Preisträger Sebastian Thieswald.

Den Dialog treibt auch Steffi Brachtel (44) in ihrer Heimat Dresden ständig weiter voran. Die Preisträgerin aus dem Jahr 2016 steht auch heute noch täglich auf der Straße und klärt die Menschen über den Holocaust auf, in dem sie mit vier weiteren Frauen u.a. jüdische Biografien und Schicksale vorliest. Ihre Bilanz nach fünf Jahren ist erschreckend:

„Seit fast fünf Jahren wird hier in Dresden öffentlich gehetzt und gepöbelt. Es werden rassistische, antisemitische, menschenfeindliche Parolen laut herausgerufen und das "Volk" feiert es und fühlt sich bestätigt. Leider lernen die Menschen dazu, nicht im Sinne der Menschlichkeit und Geschichte, nein im Sinne der justiziablen Aussagen und Auslagen. Sie bewegen sich ständig in dem Bereich des "noch Sagbaren". Die Stadt Dresden kann oder vielmehr, will nicht aktiv dagegen vorgehen. Wir werden als die Unruhestifter angesehen. Wir werden als das wahre Problem der Stadt und der Gesellschaft angesehen. Manchmal weiß ich nicht wie lange ich das noch aushalten kann.“

Joe Kaeser sagte über die Preisträger:

„Verantwortung übernehmen heißt auch, gegen das Vergessen einzutreten. In einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen des Holocaust und der schrecklichen Kriegsverbrechen von uns gehen, tragen wir diese Verantwortung umso mehr. Nationalistische Kräfte schüren Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus und Viele kommen aus der Mitte der Gesellschaft. Wir werden es nicht zulassen, dass sich diese Entwicklung durchsetzt. Wirtschaft, Wissenschaft und Kirchen haben schon einmal zu lange geschwiegen und sich auch damit zu Mittätern gemacht. Das darf nie wieder passieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser. „Das Chemnitzer Bürgerfest hat ein eindrucksvolles Beispiel dafür gegeben, dass unser Land sich gegen diese menschenfeindlichen Kräfte wehren wird und kann“, so Kaeser weiter.

Lea Rosh:

„Seit nunmehr fast 20 Jahren machen wir die ermordeten Menschen durch die Aufarbeitung und Präsentation ihrer Biografien wieder hör- und sichtbar. Besonders in den heutigen, sehr unruhigen politischen Zeiten sowie den gesellschaftlichen Veränderungen, die leider auch immer häufiger geprägt sind von Unruhen, rassistischen Denkmustern, Anfeindungen und Ausschreitungen bis hin zu Morden, ist es uns ein großes Anliegen die Aufarbeitung dieser Schicksale weiter voranzutreiben. Die Erinnerungskultur soll die Menschen wachrütteln und sie mahnen – vor dem was geschehen kann, wenn man seine Stimme nicht gegen rechte Hetze und Gewalt erhebt und nichts dagegen tut.“

Der „Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus“ ist eine der zahlreichen Aktivitäten des Förderkreises „Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.“ zur Verwirklichung seines Vereinszweckes. Der Vorstand des Förderkreises hat im Jahr 2010 gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin beschlossen, den „Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus“ zu stiften. Er wird einmal jährlich an eine natürliche oder juristische Person oder Bürgerinitiative verliehen, die durch ihr öffentliches Auftreten beeindruckt hat.

Unsere Prominenten Unterstützer und Charity-Botschafter für den Raum der Namen

Wie in den Jahren zuvor unterstützten uns auch in diesem Jahr unsere „Raum der Namen“ Botschafterinnen Annegret Kramp Karrenbauer, Anne Will und  Iris Berben sowie unsere „Raum-der Namen" Botschafter Prof. Dr. Peter Raue, Ulrich Matthes und Gerd Wameling. 

In diesem Jahr möchten wir uns Regionen widmen, in denen rechte und rechtsextreme Aktivitäten spürbar zunehmen.

Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass es auch in diesen Orten zahlreiche Außenlager von Konzentrationslagern gab.

So wurden In Glöwen (Brandenburg), Penig (Sachsen) und Langenstein-Zwieberge (Sachsen-Anhalt) massenhaft jüdische Häftlinge bis zum Tode ausgebeutet, um Waffen, Bomben und Raketen z.T. in unterirdischen Stollen zu produzieren. Der diesjährige Schwerpunkt soll dazu beitragen, ein Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus und Holocaust-Leugnung zu setzen.Wir könnten die Biografien von wenigstens 200 Opfern erarbeiten und im "Raum der Namen" einstellen.

Dafür brauchen wir Ihre Hilfe!

Mit Ihrer Teilnahme an dem Spendendinner setzen auch Sie ein Zeichen gegen Rechts! Mit den Erlösen der früheren Dinner konnten wir an die 13.000 Biografien von ermordeten jüdischen Kindern, Frauen und Männern im "Raum der Namen" lesbar und hörbar machen.

Anmeldungen unter:Tel: 030- 28 04 59-60 oder
E-Mail:  info@holocaust-denkmal-berlin.de

Setzen auch Sie ein Zeichen setzen gegen Rechts!

Mit Ihrer Spende oder Teilnahme am Charity Dinner setzen auch Sie ein Zeichen zur Förderung von “Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus“

SPENDENKONTO

Bank: Berliner Volksbank eG
Konto: 545 640 8003
BLZ: 100 900 00
IBAN/ISBN: DE78100900005456408003
BIC: BEVODEBB

Oder jetzt hier ONLINE SPENDEN 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Lea Rosh über den "Raum der Namen".

Dieser befindet sich im 3. Raum der Dauerausstellung unterhalb des Holocaust Denkmals in Berlin Mitte.

„Wir wollen den ermordeten Menschen nicht nur ihre Namen zurückgeben, sondern den Besuchern auch zeigen, welche Gesichter, Geschichten und Schicksale sich hinter ihnen verbergen. Dafür setzen wir uns jetzt seit 18 Jahren aktiv ein und freuen uns, dass wir in dieser Zeit bereits 13.000 Audio-Biografien erstellen konnten“, erklärt Lea Rosh, Vorsitzende des Vereins. „Das Ergebnis unserer Arbeit soll uns allen stets auch eine Erinnerung daran sein, dass jeder Einzelne von uns eine Stimme hat, die er nutzen sollte – um fremdenfeindliche Äußerungen, undemokratisches Verhalten sowie rassistische Taten und Parolen nicht einfach als normal hinzunehmen.“