Verbannte Wissenschaft

Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil

Während des »Dritten Reiches« wurde allen Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftlern jüdischer Abstammung das Recht und die Freiheit der Berufsausübung aberkannt. Für viele war das Exil die einzige Möglichkeit, Leben und wissenschaftliche Existenz zu retten; einige versuchten im Untergrund zu überleben, andere wurden deportiert und ermordet. Die Bedeutung der exilierten Intellektuellen ist, was die Kunstwissenschaft angeht, nicht hoch genug zu bewerten, weil der Einfluss ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit weit über die Fachgrenzen hinausgeht.

Die Beiträge der Reihe portraitieren einige dieser herausragenden Persönlichkeiten und wollen damit deren wissenschaftliche und kulturelle Wirkung bis in unsere Zeit verdeutlichen.

Die Vortragsreihe "Verbannte Wissenschaft" 2020 wird von dem Förderkreis “Denkmal für die ermordeten Juden Europas e. V.”, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und dem Siemens Arts Program veranstaltet.

Das Projekt wird unter der Schirmherrschaft von Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für Jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismusunterstützt.

Die Reihe wird unter der institutionellen Beteiligung von Villa Grisebach als Gastgeber und des Instituts für Judaistik der Freien Universität Berlin durchgeführt.

Dr. Alessandro Della Latta zeichnet sich als Organisator und Koordinator verantwortlich. Er wird zu allen Veranstaltungen die Moderation übernehmen und eine Einführung in die Veranstaltungsreihe geben.

Mittwoch, 11. März 2020: “Mit den Augen denken“ Kunst und Anschauung bei Rudolf Arnheim. ‘Verbannte Wissenschaft - Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil’

Der Förderkreis "Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V." und die Jüdische Gemeinde zu Berlin laden Sie auch am 11. März wieder zur Themenreihe ‘Verbannte Wissenschaft - Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil’ herzlich ein.

“Mit den Augen denken“ Kunst und Anschauung bei Rudolf Arnheim.

Der Berliner Rudolf Arnheim war ein Pionier in der wissenschaftlichen Erforschung der Filmkunst und der Psychologie der Kunst. Seine Flucht vor den Nazis führte ihn 1933 nach Rom, wo er für das Istituto internazionale per la Cinematografia Educatrice und das Centro Sperimentale di Cinematografia arbeitete. Nach der Verabschiedung der faschistischen Rassengesetze im Jahr 1938 war Arnheim erneut zur Flucht gezwungen: zunächst nach London und 1940 in die Vereinigten Staaten, wo er im Alter von 104 Jahren starb. Er lehrte an renommierten akademischen Institutionen wie Harvard und der Columbia University und veröffentlichte fundamentale Bücher
wie Art and Visual Perception und Visual Thinking.

Schirmherr:
Dr. Felix Klein – Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung - Verbannte Wissenschaft - Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil

Begrüßung:
Dr. Diandra Donecker, Villa Grisebach und
Lea Rosh, 1. Vorsitzende Förderkreis Denkmal e.V.

Einführung:
Dr. Alessandro Della Latta - Berlin

Vortrag:
Prof. Dr. Michael Diers, Hochschule für bildende Künste Hamburg
Humboldt-Universität zu Berlin

Ort: In der Villa Grisebach, Fasanenstraße 25, 10719 Berlin
Beginn: 18 Uhr | Einlass: 17 Uhr

Eröffnung 24. Februar 2020: Veranstaltungsreihe Verbannte Wissenschaft, Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil 2020

Eröffnung: 24. Februar 2020 | Beginn:18 Uhr | Einlass ab 17 Uhr
Ort: Villa Grisebach| Eintritt: Frei

Begrüßung: Diandra Donecker, Villa Grisebach

Grußworte
Dr. Felix Klein
, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus
Prof. Dr. Christoph Stölzl, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar - Exilmuseum Berlin
Lea Rosh, Förderkreis “Denkmal für ermordeten Juden Europas e. V.”
Dr. Gideon Joffe, Jüdische Gemeinde zu Berlin
Prof. Dr. Stephan Frucht, Siemens Arts Program
Dr. Alessandro Della Latta, Organisator der Veranstaltungsreihe
Prof. Dr. Horst Bredekamp, Humboldt Universität Berlin

Vortrag
Prof. Dr. Karen Michels Universität Hamburg
Was heißt auf englisch ‚Lendentuch’? Die deutschsprachige Kunstgeschichte in der Emigration.

Anschließend gibt es einen kleinen Empfang

Donnerstag, 28. März 2019: Verbannte Wissenschaft- Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil

Ein Themenabend über Moshe Barasch. 

Moshe Barasch (1920-2004) gilt als Begründer der Kunstgeschichte in Israel. 1965 etablierte er das "Fach Toldot ha Omanut" (Geschichte der Kunst) an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Weitere kunsthistorische Institute an den Universtäten von Tel Aviv, Beer Sheva und Haifa folgten. Von großem Einfluss auf die Entwicklung der akademischen Disziplin in Israel, wie auch auf Moshe Baraschs eigene Forschungen, war die aus Deutschland verbannte Kunstgeschichte in den USA, vor allem vertreten durch Erwin Panofsky und Richard Krautheimer ebenso wie Meyer Shapiro, der wie Barasch aus Osteuropa stammte.

Einführung: Dr. Alessandro Della Latta, Organisation und Koordination
Vortrag: Dr. Chana Schütz , "Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum"
"Moshe Barasch und die Etablierung der Kunstwissenschaft in Israel"

Einlass: 17.00 Uhr | Beginn: 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Berlin,Saal W. Michael Blumenthal AkademieFromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin

Die Veranstaltung im Rahmen der Themenreihe „Verbannte Wissenschaft – Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil“ist eine Kooperation der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, das Jüdische Museum und der Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e. V. 

Mit freundlicher Unterstützung von EVONIK

DONNERSTAG, 24. JANUAR 2019: Aby Warburg Vermächtnis: Wie exilierte man eine Bibliothek?

Nicht nur bedeutende Kunsthistoriker und andere Forscher, die sich um die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg (KBW) in der Hamburger Heilwigstraße scharten, waren unter den Nationalsozialisten zur Flucht aus Deutschland gezwungen - die Bibliothek selbst ist im Dezember 1933 gänzlich nach London in Sicherheit gebracht worden. Dort hat sie sich unmittelbar, und besonders folgenreich mit ihrer Eingliederung in die University of London im Jahr 1944, einen ganz neuen Wirkungsradius erschlossen. Wie kaum eine andere Forschungsbibliothek, ist die KBW in Struktur und Bestand durch ihren Gründer Aby Warburg (1866-1929) geprägt gewesen.

Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich das Londoner "Nachleben" der KBW gestaltet und was von Warburgs Intentionen überdauert hat. 

Einführung: Dr. Alessandro Della Latta (Organisation und Koordination) 
Vortrag: Prof. Dr. Andreas Beyer (Universität Basel) 
Aby Warburg Vermächtnis: Wie exilierte man eine Bibliothek?
Beginn: 18.00 Uhr| Einlass: 17 Uhr
Ort: Jüdische Gemeinde zu Berlin, Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin
 

13. Dez. 2018: Ein Abend über ERNST KRIS (WIEN 1900 – NEW YORK 1957). DIE JAHRE VOR 1938

VERBANNTE WISSENSCHAFT, PORTRAITS JÜDISCHER KUNSTHISTORIKER IM EXIL.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin, das Jüdische Museum und der Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e. V. laden Sie zu einer Veranstaltung im Rahmen der Themenreihe „Verbannte Wissenschaft – Portraits jüdischer Kunsthistoriker im Exil“ herzlich ein:

Wann: 13. Dez. 2018 - 18.00 UHR| EINLASS: 17 UHR | Der Eintritt ist frei
Ort:  Jüdische Gemeinde Berlin | Saal, W. Michael Blumenthal AkademieFromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin 

ERNST KRIS (WIEN 1900 – NEW YORK 1957).
KUNSTGESCHICHTE, PSYCHOANALYSE, KOMMUNIKATIONSFORSCHUNG. DIE JAHRE VOR 1938

Vortrag: Prof. Dr. Rudolf Preimesberger (Freie Universität)
Einführung: Dr. Alessandro Della Latta (Organisation und Koordination)

Grußworte: Lea Rosh, Vorsitzende Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.

Die Geschichte des 1900 in Wien geborenen und 1957 in New York verstorbenen bedeutenden Kunsthistorikers, Psychoanalytikers und Kommunikationsforschers Ernst Kris lässt sich als eine Geschichte mehrfacher Entfremdung interpretieren. Der Vortrag berichtet in Konzentration auf die Jahre vor dem Anschluss Österreichs im März 1938 und der unmittelbar darauf folgenden Emigration über einige der kunstgeschichtlichen Aspekte seines inzwischen intensiv erforschten Gesamtwerks.

Die Themenreihe "Verbannte Wissenschaft"
Während des Dritten Reichs wurden allen Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftlern jüdischer Abstammung das Recht und die Freiheit der Berufsausübung aberkannt. Für viele war das Exil die einzige Möglichkeit, Leben und wissenschaftliche Existenz zu retten; einige versuchten im Untergrund zu überleben, andere wurden deportiert und ermordet.  Die Bedeutung der exilierten Intellektuellen ist, was die Kunstwissenschaft angeht, nicht hoch genug zu schätzen, weil der Einfluss ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit weit über die Fachgrenzen hinaus geht. 

Diese Vortragsreihe, gemeinsam von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem Jüdischen Museum zu Berlin, vom Förderkreis »Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.« veranstaltet, und von Evonik unterstützt, portraitiert einige dieser herausragenden Persönlichkeiten und will damit ihre wissenschaftliche und kulturelle Wirkung bis in unsere Zeit verdeutlichen.

Mittwoch 21. Nov. 2018: VERBANNTE WISSENSCHAFT, PORTRAITS JÜDISCHER KUNSTHISTORIKER IM EXIL

ERWIN PANOFSKY ALS HOMO POLITICUS UND DIE
IKONOLOGIE ALS WAPPNUNG

Mittwoch 21. Nov. 2018 | Beginn: 18 Uhr | Einlass: 17 Uhr
Ort: Jüdische Gemeinde Berlin|Großer Saal
Oranienburger Straße 28-30,0117 |Berlin
Der Eintritt ist frei

Erwin Panofsky gilt als einer der herausragenden Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. Seine Methode,die Ikonologie, beherrschte nach seiner Emigration nach Princeton im Jahr 1933 vor allem die englischsprachigeKunstgeschichte über Jahrzehnte in hohem Maße. Ihr ist später vorgeworfen worden, die Form durch die kulturelleUmkreisung zu entschärfen. Hier wurde vernachlässigt, dass die Ikonologie im Ursprung als ein politisches Instrumentgegenüber dem Obskurantismus der 1930er Jahre angelegt war, den Panofsky auch im Exil bekämpft hat.

Vortrag: Prof. Dr. Horst Bredekamp (Humboldt Universität)
Einführung: Dr. Alessandro Della Latta (Organisation und Koordination)
Grußworte: Lea Rosh, Vorsitzende Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.

Die Themenreihe "Verbannte Wissenschaft"
Während des Dritten Reichs wurden allen Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftlern jüdischer Abstammungdas Recht und die Freiheit der Berufsausübung aberkannt. Für viele war das Exil die einzige Möglichkeit,Leben und wissenschaftliche Existenz zu retten; einige versuchten im Untergrund zu überleben,andere wurden deportiert und ermordet. Die Bedeutung der exilierten Intellektuellen ist,was die Kunstwissenschaft angeht, nicht hoch genug zu schätzen, weil der Einfluss ihrer wissenschaftlichen Tätigkeitweit über die Fachgrenzen hinaus geht.

Diese Vortragsreihe, gemeinsam von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem Jüdischen Museum zu Berlin,vom Förderkreis »Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.« veranstaltet, und von Evonik unterstützt,portraitiert einige dieser herausragenden Persönlichkeiten und will damit ihre wissenschaftliche und kulturelle Wirkung bis in unsere Zeit verdeutlichen.

Mittwoch 24. Okt. 2018: Verbannte Wissenschaft! Portraits jüdischer Kunsthistoriker*innen im Exil .

Eine Vortragsreihe in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Mittwoch 24. Oktober 2018 | Beginn: 18 Uhr | Einlass: 17 Uhr
Ort:  Jüdische Gemeinde Berlin | Großer Saal, Oranienburger Straße 28-30,10117 Berlin. Der Eintritt ist frei

Während des Dritten Reichs wurden allen Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftlern jüdischer Abstammung das Recht und die Freiheit der Berufsausübung aberkannt. Für viele war das Exil die einzige Möglichkeit, Leben und wissenschaftliche Existenz zu retten; einige versuchten im Untergrund zu überleben, andere wurden deportiert und ermordet. 
Die Bedeutung der exilierten Intellektuellen ist, was die Kunstwissenschaft angeht, nicht hoch genug zu schätzen, weil der Einfluss ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit weit über die Fachgrenzen hinaus geht.
 
Diese Vortragsreihe, gemeinsam von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem Jüdischen Museum zu Berlin, vom Förderkreis »Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.« veranstaltet, und von Evonik unterstützt, portraitiert einige dieser herausragenden Persönlichkeiten und will damit ihre wissenschaftliche und kulturelle Wirkung bis in unsere Zeit verdeutlichen.

Grußworte:  
Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender Jüdische Gemeinde zu Berlin
Léontine Meijer-van Mensch, Programmdirektorin Jüdisches Museum
Lea Rosh, Vorsitzende Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.
Markus Langer, Konzernkommunikation Evonik Industries AG

Einführung:  
Dr. Alessandro Della Latta, Organisation und Koordination
Vortrag: Dr. Ulrike Wendland Landesamt f. Denkmalpflege u. Archäologie Sachsen-Anhalt. Maximale menschliche und wissenschaftliche Verluste- Die Verfolgung und Vertreibung deutschsprachiger Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker.

Wann: Mittwoch 24. Oktober 2018

Beginn: 18 Uhr | Einlass: 17 Uhr

Wo: Jüdische Gemeinde Berlin | Großer Saal, Oranienburger Straße 28-30,10117 Berlin. 

Eintritt frei